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11.01.2019

Bürgerpreisträger 2018

Laudatio für Arbeitsgruppe Thurmhofer Pochrad ... zum Filmporträt

Das 19. Jahrhundert war geprägt durch technische Erneuerungen im Freiberger Bergbau. Dabei ist vor allem die Installation von wasser- und dampfgetriebenen Mechanismen in der Wasserhaltung sowie Schachtführung hervorzuheben. Im Freiberger Bergbau konnten sich die wassergetriebenen Förderanlagen im 19. Jahrhundert wirtschaftlich noch recht stark gegenüber den dampfgetriebenen Anlagen behaupten.

1846 wurde in einer Radstube unterhalb der Aufbereitungsanlage des Thurmhofschachtes ein Wasserrad mit 9,72 m Durchmesser, einer Breite von 1,50 m und einer Antriebsleistung von ca. 12,5 PS für den Antrieb eines Nasspochwerkes installiert. Dieses Thurmhofer Pochrad ist bereits zweimal in Vergessenheit geraten und eher zufällig wiederentdeckt worden.

Zum ersten Mal geschah dies in der Mitte der 1950-er Jahre des vorigen Jahrhunderts: Damals wurde man auf dieses Wasserrad aufmerksam, weil Bewohner vorwiegend nachts Geräusche aus dem ehemaligen Pochwerksgebäude wahrgenommen haben und man diesen nachging. So wurde die Radstube mit dem noch fast intakten Wasserrad erstmalig entdeckt.

Es war damals eine Sensation, dass das Rad zwar reparaturbedürftig, aber noch funktionsfähig und zudem durch seine Oberflächennähe gut erreichbar ist. Die Bergakademie nahm sich des Wasserrades an, machte die Radstube zugängig und sorgte durch Abtragung von Sinterschlämmen für einen wieder funktionierenden Wasserabfluss.
Bis ins Jahr 2009 wurde der Pochradkomplex durch das Lehrbergwerk der Bergakademie Freiberg und den Förderverein „Himmelfahrt Fundgrube“ technisch unterhalten und touristisch betreut.

Daraufhin folgten fünf Jahre, in denen das Pochrad weitgehend sich selbst überlassen war – wieder!

Bis im Jahre 2014 zufällig bei einer privaten Befahrung durch bergbauinteressierte Rentner und ehemalige Berg- und Hüttenleute der kritische Zustand des Wasserrades vorgefunden wurde: Das Rad konnte sich aufgrund angestauten Wassers nicht mehr drehen, womit der Verfall nur eine Frage der Zeit war.

In Eigenregie sorgten Sie, sehr geehrter Herr Dr. Karl Heinz Eulenberger, Herr Dieter Illing, Herr Gerthold Thalheim, Herr Klaus Timmel, Herr Dr. Manfred Bayer und Herr Andreas Benthin dafür, dass die Funktionalität des Pochrads wiederhergestellt wurde.

Es folgten unzählige Arbeitseinsätze im Ehrenamt. Die vergangenen vier Jahre waren geprägt von zahlreichen Instandhaltungsarbeiten am Rad selbst sowie in der Radstube. Mehrmals mussten Schlammablagerungen beseitigt, Schaufeln abgedichtet, Radlager ertüchtigt sowie ein Abstieg auf die Radstubensohle eingebaut werden.

Das Thurmhofer Pochrad ist derzeit das älteste, weitgehend im Originalzustand erhaltene, funktionsfähige und im tagesnahen Bereich unkompliziert befahrbare Wasserrad im deutschen Erzbergbau!

Dank Ihrem unermüdlichen Einsatz konnte die Funktionalität des Pochrads wieder hergestellt werden und ist eine Besichtigung/Befahrung der Anlage möglich. Das Projekt „Thurmhofer Pochrad“ wurde 2016 von der Georg-Agricola-Gesellschaft für Technikgeschichte und Industriekultur e. V. mit dem Preis für Industriekultur ausgezeichnet.

Darüber hinaus fand das Objekt nachträglich, vor allem durch das Engagement der Arbeitsgruppe, Eingang in die Objektliste des UNESCO-Welterbe-Antrages „Montanregion Erzgebirge“. Über diesen Antrag wird im Sommer dieses Jahres in Baku, Aserbeidschan, anlässlich der 43. Sitzung des UNESCO-Welterbekomitees entschieden.

Ich danke Ihnen im Namen aller Freibergerinnen und Freiberger für Ihr Engagement zum Erhalt historischer Zeitzeugen, damit weiterhin Traditionen unserer Stadt gelebt und präsentiert werden können!

Sven Krüger
Oberbürgermeister der Universitätsstadt Freiberg

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