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Stadt Freiberg

Laudatio für den Bürgerpreisträger 2011 - Drei-Brüder-Schacht e.V.

„Zusammenwirken mobilisiert und motiviert“ ... zum Filmporträt


Sehr geehrte Damen und Herren des Fördervereins Drei-Brüder-Schacht,
sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
verehrte Gäste!,


Den Bürgerpreis der Stadt Freiberg zum Neujahrsempfang zu vergeben, hat gute Tradition.
In diesem Jahr wird er zum ersten Mal an eine juristische Person verliehen, an den Förderverein Drei-Brüder-Schacht e. V. Herzlichen Glückwunsch!

Der Drei-Brüder-Schacht befindet sich im Süden von Freiberg auf Zuger Flur unmittelbar an der B 101 und war einst ein bedeutender Schacht im Freiberger Raum. Heute ist er ein technisches Denkmal und kündet weithin sichtbar von Freibergs Bergbauvergangenheit.
Die Erzförderung wurde in diesem Schacht bereits 1898 eingestellt, doch auch danach behielt er mit den Über- und Untertageanlagen seine Bedeutung. Nach dem Ende des Bergbaus 1913 im Freiberger Revier wurde in diesem Schacht schon 1914 ein untertägiges Wasserkraftwerk mit vier Turbinen installiert, welches für Freiberg von großer Bedeutung wurde.
Heute ist der Drei-Brüder-Schacht eines der ausgewählten Denkmale von Freiberg für das UNESCO-Welterbe-Projekt „Montanregion Erzgebirge“.
Der 1992 gegründete Förderverein Drei-Brüder-Schacht e. V. übernahm die Anlagen des Drei-Brüder-Schachtes im gleichen Jahr in einem maroden Zustand von der Gemeinde Zug und nach der Eingemeindung 1994 mit einem Erbpachtvertrag von der Stadt Freiberg.
Der heute 60 Mitglieder zählende Verein hat seitdem alle Aufgaben als Eigentümer übernommen.
Das ist recht leicht gesagt, erfordert aber nicht nur Bereitschaft, Zeit und Einsatzfreude, sondern auch umfangreiches Fachwissen auf vielen Gebieten und vor allem Organisationstalent. Wer ist der Verein? Es sind Bergleute und Bergbaukundige, Elektrotechniker, Handwerker unterschiedlicher Berufe, Gewerbetreibende und viele traditionsbewusste Leute. Herr Christian Schlegel hat seit der Lehre als Elektriker bis fast ans Ende seiner Berufstätigkeit auf dem Drei-Brüder-Schacht gearbeitet und wollte nach der Schließung die Anlagen vor dem völligen Verfall bewahren. Er suchte Mitstreiter und fand sie
auch. Diese gründeten den Förderverein. Die Gründungsmitglieder Henry Kirsten, Jürgen Leistner und Stefan Bachmann sind heute noch im Vorstand vertreten, aber auch viele andere wären zu nennen.
Das Zusammenwirken der Fachleute unterschiedlicher Disziplinen hat wohl alle Vereinsmitglieder immer wieder mobilisiert und motiviert. Nur so konnte es gelingen, die Gebäude zu sanieren und zu erhalten. Es wurde verhindert, dass der Schacht eine Betonplombe erhielt und versiegelt wurde. Damit besteht weiterhin die Möglichkeit, das Kavernenkraftwerk in 272 m Tiefe nach einer Sanierung der Schachtröhre zu erreichen.
Der Verein fühlt sich dabei der Tradition verpflichtet, die Atmosphäre der Arbeit im Schacht empfinden zu lassen. In den Grubenbetrieben war auf Grund der schweren Arbeit der Umgang der Kumpel mit Material und Maschinen oft rau und es ging auch recht robust zu. Dort musste produziert werden. Betritt man das Gelände des Drei-Brüder-Schachtes glaubt man, hier gehen noch Kumpel zur Schicht.
Und trotz aller Ordnung sieht man, hier wird oder wurde gearbeitet und das zu zeigen gelingt dem Verein sehr gut. Im Fördermaschinenhaus wird dem Besucher erklärt, wie der Bergmann einfuhr und wie man sich unter Tage verständigte.
Auf die Bergbauperiode folgte der Betrieb als Kraftwerk. Man nutzte nun das aus dem Gebirge über Kunstgräben, Röschen und Kunstteiche bisher für die Erzwäschen und Wasserkraftanlagen herbeigeführte Wasser in einem Kavernenkraftwerk für die Stromerzeugung.
Das war eine technische Meisterleistung zu dieser Zeit. Das Kraftwerk war von 1914 bis 1972 in Betrieb und versorgte 26 Betriebe und zahlreiche Ortschaften der Freiberger Region mit Elektroenergie. Ein vorrangiges Ziel des Vereins ist deshalb von Anfang an, also seit seiner Gründung, die Wiederinbetriebnahme des Kavernenkraftwerkes.
Im Vordergrund standen jedoch bis jetzt für den Verein Instandsetzungs- und Sicherungsarbeiten an den Übertageanlagen. So wurde zunächst die erwähnte historische Fördermaschine, gebaut 1888 von der Freiberger Firma Paschke, heute PAMA Freiberg, wieder zum Laufen gebracht. Sie wird bei Führungen durch die Übertageanlagen demonstriert.
In den Führungen durch die Übertageanlagen wird immer über die angestrebte Energieerzeugung im unterirdischen Kavernenkraftwerk berichtet, welche Möglichkeiten für eine Inbetriebnahme bestehen und was noch vorher zu leisten ist. Das bleibt das erklärte Hauptanliegen des Vereins. Wir Freiberger wissen aber alle, welchen Schaden das Hochwasser 2002 gerade im Untertagebereich in Freiberg und auch im Kavernenkraftwerk angerichtet hat. Der Verein Drei-Brüder-Schacht ließ sich jedoch in seiner Arbeit und seinem Streben nicht entmutigen.
Mit Begeisterung wurde vor ca. sechs Wochen anlässlich eines Vortrages über eine Befahrung des Rothschönberger Stollns die Mitteilung aufgenommen, dass das Oberbergamt die Schachtröhre sanieren wird.
Dann ist der Maschinenraum des Kavernenkraftwerkes wieder vom Drei-Brüder-Schacht aus zu erreichen.
Der Verein pflegt sowohl die bergbaulichen als auch die kraftwerkstechnischen Anlagen und die Außenanlagen in ehrenamtlicher Arbeit. Dazu finden jeden Monat Arbeitseinsätze statt. Ständige Ausstellungen und Führungen zu unterschiedlichen Themen vermitteln einem breiten Besucherkreis die technische Entwicklung vor allem auf dem Energiesektor; aber auch über die Bedeutung des Bergbaus für unsere Region mit dem Rothschönberger Stolln in 280 m Tiefe wird viel Interessantes berichtet.
Bei dem jährlichen Dampfmodelltreffen mit Ausstellern aus ganz Deutschland werden stets bis ca. 3000 Besucher begrüßt.
In den Jahren 2007 und 2008 erfolgten mit Hilfe von Förderern Neubau- und Sanierungsarbeiten.
Dabei leisteten die Mitglieder des Vereins sehr viele unbezahlte Stunden. Ein Ergebnis dieser Arbeiten ist auch die Umweltausstellung „WassErleben“, die in einem Gebäude direkt neben dem Schacht zu besichtigen ist. Hier werden der Kreislauf des Wassers und die Bedeutung des Wassers für das Leben auf der Erde demonstriert. Viele Besucher und insbesondere Schulklassen informieren sich hierüber gern. Der Besuch lohnt sich aber auch für jeden von uns.
Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass der Förderverein die ehemalige Scheidebank auf dem Dreibrüderschacht zu einem sehr schönen Vereinshaus hergerichtet hat, in dem die monatlichen Treffen, Fachvorträge wie auch die Mettenschicht stattfinden. Auch wird so mancher Brauch aus früherer Zeit kundgetan und natürlich das Steigerlied gesungen.
Der Zuger Ortschaftsrat wünscht dem Förderverein Drei-Brüder-Schacht e. V. viel Erfolg beim Realisieren seiner hohen Ziele und bei der Traditionspflege. Seinen Mitgliedern für die Zukunft alles Gute und ein herz liches Glückauf!

Dr. Helfried Dombrowe
Vorsitzender des Ortschaftsrates Zug,
hielt die Laudatio für den Bürgerpreisträger 2011: den Drei-Brüder-Schacht e.V.

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