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Stadt Freiberg | Amtsblatt | Redaktionelles
12.01.2018

Neujahrsempfang der Stadt Freiberg am 12. Januar 2018


Mit dem Neujahrsempfang in der Nikolaikirche läutete Oberbürgermeister Sven Krüger ins Freiberger Silberrausch-Jahr 2018 ein. Höhepunkte des Abends waren neben seiner Neujahrsrede außerdem die Verleihung der Bürgerpreise 2017 an Prof. Dr. Karl-Hermann Kandler sowie die Gottfried-Silbermann-Gesellschaft e.V. (» zu den Laudationes).
Auch die Gewinner des Schulprojekts "Silber der Zunkunft" wurden bekanntgegeben. Staatsmininster Martin Dulig gratulierte den Schülern persönlich zu ihren Ergebnissen (» mehr zum Schulprojekt "Silber der Zukunft" .


Neujahrsansprache des Oberbürgermeisters Sven Krüger

(es gilt das gesprochene Wort)

» Rede als pdf zum Download

Zum Neujahrsempfang der Universitätsstadt Freiberg im Silberjahr 2018 begrüße ich Sie mit einem herzlichen Glück auf und wünsche Ihnen ein frohes neues Jahr, Gesundheit und persönliches Wohlergehen.

Begrüßt wurden Sie soeben von der Big Band der Mittelsächsischen Philharmonie unter der Leitung von Herrn Han, die uns heute wieder musikalisch begleitet. Dafür mein herzlicher Dank!

„Nach Silber drängt,
am Silber hängt,
doch alles.“

Fast hätte schon Goethe seinen Faust unser Leitmotiv sprechen lassen.

Möglicherweise verspürte er bei der Vollendung dieser Zeilen genauso ein Glücksgefühl, wie die Bergleute unter Tage, wenn das erhoffte, ja herbeigesehnte, Silber … endlich gefunden wurde.

Wie muss sich das angefühlt haben?

In Dunkelheit, Kälte und Feuchtigkeit schürften unsere Vorfahren nach dem Edelmetall, teilweise Monate und Jahre erfolglos, aber unermüdlich.

Endlich wurde diese Ausdauer belohnt!

Verspüren wir nicht auch manchmal diesen Glücksrausch, wenn schwierige Sachen besonders gut gelungen sind?

Dem Rausch folgte die Belohnung: freies Berg- und Stadtrecht, Reichtum und Wohlstand für Freiberg und Sachsen.

Dem Rausch folgte aber auch der bekannte Kater, wenn die Stollen nicht ertragreich waren, wenn der Bergbau wie zum Beginn des 20. Jahrhunderts und 1968 dann endgültig eingestellt werden musste.

Licht am Ende des Stollens brachten Schöpfergeist und Forscherdrang. Sie verhalfen Freiberg immer wieder zur Blüte, sei es durch die Gründung der Bergakademie, die Ansiedlung neuer Industrien oder den gelungenen Übergang von der Plan- in die Marktwirtschaft.

Der Begriff Rausch hat - wie vieles in unserem Leben - Positives und Negatives. Auf diesem Grat bewegen wir uns! Erfolgreich! Seit 850 Jahren!

Das ist die Geschichte unserer Stadt und ihrer Bewohner – eine Erfolgsgeschichte, begründet vom Silber und den Menschen, die dem Ruf des freien Bergrechts folgten. Kommen Sie mit uns 2018 auf eine berauschende Reise zu unseren Ursprüngen.

Ich freue mich, dass Sie alle meiner Einladung gefolgt sind und der Universitätsstadt Freiberg die Ehre Ihres Besuches erweisen.

Bevor ich Ihnen die Ehrengäste vorstelle, gestatten Sie mir in diesem Jahr die Personen als erste zu begrüßen, die als Vertreter aller Bürger, ebenso wie die Freibergerinnen und Freiberger vor Ihnen, für das Wachstum unserer Stadt eintreten:
Herzlich Willkommen, liebe Damen und Herren Stadträte, verehrte Ortschaftsräte und sachkundige Einwohner: Als Repräsentanten der Bürgerschaft im Ehrenamt leiten Sie gemeinsam mit den Mitarbeitern der Verwaltung und mir die Geschicke unserer Stadt. Unermüdlich ringen wir gemeinsam um die richtigen Entscheidungen für Freiberg. Das kostet Zeit und Kraft, aber es lohnt sich! Dafür von mir und sicher auch von Ihnen ein Herzliches Dankeschön!


Staatsminister Martin Dulig trägt sich als einer der ersten
in die Glückwunsch-Chronik ein, in die sich auch Einwohner
und Gäste der Stadt anlässlich des Silberrausch-Jahres
verewigen können. Fotos: D. Müller


Mein besonderer Gruß gilt:

[…]

Zeit für neue Wege war unser Vorsatz im letzten Jahr – und wir sind sie gegangen, nicht immer willentlich, jedoch entschlossen, beherzt und mutig. Wir haben dafür eigene Pfade beschritten, um Ziele zu erreichen. Ein freier Geist, ein eigener Kopf, gehören dazu!

Damit stehen wir in der Tradition einer wechselvollen 850-jährigen Entwicklung:

Auf dem Weg hierher schrieb Freiberg schon im 14. Jahrhundert mit dem Freiberger Bergrecht, das für zahlreiche jüngere Bergreviere in Europa bespielgebend war, Geschichte. Ihr Weg führte die Freiberger zwei Jahre vor dem damaligen Sachsen, 1537, zur Einführung der Reformation. Die älteste montan-wissenschaftliche Universität entstand in Freiberg. Begründet durch eine Mangelsituation um Rohstoffe machten wir uns auf die Suche nach Alternativen. 60 Jahre Halbleiterindustrie in Freiberg sind heute Quelle unseres wirtschaftlichen Erfolges - dazu später mehr.

Zeit und Mut für neue Wege - waren sie der Grund, dass wir die erste Stadt waren, die an die Verantwortung der Bundesregierung zum Thema Integration appelliert hat?
Die erste Stadt, die sich gewagt hat, auszusprechen, dass gewichtige, humanitäre Entscheidungen auf höchster Ebene, Folgen und Lasten für Bürgerinnen und Bürgern auf niedriger Ebene, in den Städten und Gemeinden bürgen. Deswegen haben wir - und das aus meiner Überzeugung zu Recht - die Kosten unserer Stadt für die immensen Leistungen, die mit der Unterbringung und Integration von Flüchtlingen und Asylsuchenden einhergingen, als Rechnung an die Bundeskanzlerin gesandt.

Während anderswo gestritten und demonstriert wurde, während Anschläge und Pöbeleien das Klima vergifteten, haben wir in Freiberg gehandelt.
Während in Dresden und Berlin erst Haushaltstitel geschaffen werden mussten, haben wir investiert! Denn die Menschen waren hier und wir mussten die Bedingungen schaffen, dass alle, ich betone ALLE Freibergerinnen und Freiberger, friedlich und respektvoll miteinander leben. Dabei konnte Freiberg, wie viele Städte in Sachsen, auf das große ehrenamtliche Engagement ihrer Bürger bauen. Herzlichen Dank!

Auch das war eine Gratwanderung, die wir zu meistern wussten!

Schauen wir dabei in unsere Nachbarschaft, erkennen wir einen Grat, oder besser Riss, quer durch Europa: Österreich und Ungarn üben den Schulterschluss und bauen neue Gräben in Europa. In Deutschland wird gestritten, ob man nicht alle Hilfesuchenden aus humanitären Gründen aufnehmen muss. Gleichzeitig werden Verträge geschlossen, die Grenzziehungen weit vor Europas Toren bedeuten. Oft wird nicht mehr differenziert, sondern klar zum Ausdruck gebracht: Wer nicht für mich ist, ist gegen mich.
Man will den anderen scheinbar gar nicht verstehen, spricht nicht mehr miteinander, sondern übereinander, oder eben gar nicht!
Eine Antwort von Frau Merkel erwarten auch wir nicht mehr!

Stattdessen bestätigt der amtierende Vize-Kanzler Gabriel am 23. Dezember - immerhin sechs Monate später - in der Zeitung „Welt“, unsere Sichtweise: „Sie [die Städte und Gemeinden] sollen die Kosten der Integration vom Bund ersetzt bekommen.“ - war zu lesen.

Doch offene Fragen bleiben: Was hat sich mit dem Brief an die deutsche Kanzlerin geändert? Wie gehen wir mit der aktuellen Situation um? Schaffen wir das oder schafft das uns?

Fragen, die sich auch Landes- und Bundespolitiker stellen! Es gab Verbesserungen bei Förderprogrammen und hoffentlich 2018 auch eine umgesetzte Wohnsitzauflage. Sie würde Freiberg entlasten und Integration überhaupt möglich machen.

Schon heute sind wir in Freiberg überproportional gefordert: Derzeit leben zirka 2.000 Flüchtlinge bzw. Asylsuchende in Freiberg. Sie stellen fast 5 Prozent der Einwohner.

Damit bieten wir in Freiberg Wohnraum für ca. 70 Prozent der Asylsuchenden im Landkreis. Die größte Last im Landkreis tragen wir!
Wie sollen wir unter diesen Bedingungen eine funktionierende Integration sicherstellen? Wie sollen wir eine räumliche Konzentration verhindern?

Die Folgen dieser Konzentration sind immens: Wir haben schon jetzt in einigen Schulen und Kindertagesstätten Anteile von Nicht-Deutsch-Muttersprachlern von durchschnittlich 30 Prozent. Einzelne Gruppen weisen gar einen Anteil von bis zu 50 Prozent auf. Es bilden sich sprachkulturelle Einheiten! Das Erlernen der Sprache und Kultur im Kindesalter werden somit fast unmöglich.

Aus dem heute veröffentlichten 28-seitigen Sondierungspapier von Union und SPD möchte ich daher kurz zitieren: "Wir sind uns darüber einig, dass die Integrationsfähigkeit unserer Gesellschaft nicht überfordert werden darf. Integrationsfähigkeit bemisst sich dabei nicht nur daran, wie die Aufnahme und Integration zugewanderter Menschen in die Gesellschaft gelingt, vielmehr beinhaltet sie auch unseren Anspruch, die Lebensbedingungen der hier lebenden Menschen gerade angesichts der zu bewältigenden Zuwanderung zu berücksichtigen (Versorgung mit Kita-Plätzen, Schulen, Wohnungen etc.)."

Dann war ja unser Brief an Frau Merkel doch nicht umsonst!

Wir stellen uns diesen Herausforderungen, bauen und erweitern für fast 15 Mio. Euro in diesem und nächsten Jahr die Grundschule Agricola und die Oberschule Ohain. Erst vor wenigen Tagen wurde eine weitere Kindertagesstätte mit 100 zusätzlichen Plätzen fertiggestellt. Ab Februar wird sie bezogen.

All das bindet Ressourcen und kostet Geld: Drei weitere zusätzliche Kindertagesstätten müssen kurzfristig folgen! Im Schulbereich müssen wir die Fördermittel des Bundes nutzen, um nochmals mehr Platz in den Schulen zu schaffen, die Deutsch als Zweitsprache anbieten. Dies alles kommt aber auch ALLEN, ich betone auch hier wieder ALLEN Kindern unserer Stadt, zugute.

Sollte aber durch Migration oder Familiennachzug weiterer Bedarf an Schulen oder Kindertagesstätten in Freiberg entstehen, werden wir dies nicht schaffen! Ein Paradigmenwechsel bei der Unterbringung von Flüchtlingen und Asylsuchenden durch den Landkreis Mittelsachsen ist unabdingbar! Zusätzliche finanzielle Ressourcen müssen durch den Freistaat Sachsen bereitgestellt werden. Es ist meine Pflicht für die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt, weiter darum zu ringen, dass künftig endlich eine zahlenmäßig faire und an der Bevölkerungszahl orientierte Zuweisung der Flüchtlinge im Landkreis Mittelsachsen erfolgt. Daran werde ich festhalten – wieder im Sinne ALLER!

Von diesem Thema ist es schwer eine Überleitung zu finden, daher versuche ich es erst gar nicht!

2018 ist das Jahr vieler Jubiläen in Freiberg, Sachsen und Deutschland, die wegweisend waren für unsere Entwicklung:

Vor 400 Jahren begann der 30-jährige Krieg, 25 Jahre später – also 1643 - wurde Freiberg nach sieben Wochen Belagerung des schwedischen Militärs befreit.

Vor 300 Jahren fand die Weihe der Silbermann-Orgel in der Jakobikirche statt, die nach Restaurierung im kommenden Monat wieder ihren klaren, traditionellen Klang aufweisen wird.

Vor 275 Jahren (erst) entstand der Schlossteich durch Rückbau des Dammes zwischen den Teichen, heute Platz des Restaurants Schwanenschlößchen.

200 Jahre ist es her, dass der Freiberger Pädagoge Johann Carl Gotthelf Rochlitzer die Erziehungsanstalt für Söhne aus mittlerem und hohem Stand gründete

Und 150 Jahre, dass Sachsen die neue Berggesetzgebung einführte, die heute noch mit dem Oberbergamt in unserer Stadt eng verbunden ist.

Ein ganz wichtiges Jubiläum, sonst würden wir heute Abend im Dunkeln sitzen, begehen wir am 3. Dezember 2018: Vor fast 125 Jahren wurde die elektrische Beleuchtung hier in der Nikolaikirche erstmalig in Betrieb genommen.

Im Jahr 1918 endete der 1. Weltkrieg, womit die Saat für den 2. viel größeren Krieg bereits gelegt wurde.

1918 - gleichzeitig auch ein prägendes Datum für die fortschreitende Gleichberechtigung von Mann und Frau. Wir feiern 100 Jahre Frauenwahlrecht.

Keine Bange, Sie haben es gleich geschafft.

Vor einem halben Jahrhundert wurde die Oberschule „Clemens Winkler“ eingeweiht, damals als Polytechnische Oberschule „Karl Liebknecht“ im zweitjüngsten Stadtteil Wasserberg.

Vor 25 Jahren erhielt unsere Bergakademie Freiberg den Status „Technische Universität“.

Und schlussendlich entstand vor 10 Jahren durch Fusion der Kreise Freiberg, Mittweida und Döbeln mit der Universitätsstadt Freiberg als Kreissitz - der Landkreis Mittelsachsen.

VIER Jahrestage haben für die Entwicklung unserer Stadt eine besondere Bedeutung. Sie stellen wir 2018 in den Mittelpunkt:

1168 wurde das erste Freiberger Silber entdeckt. Es löste das Berggeschrei aus – der Silberrausch war geboren. Otto von Wettin, Markgraf zu Meißen, gab den Bergbau für jedermann unter Leistung von Abgaben frei. Ein enormer Zuzug von Menschen gipfelte in einem rasanten Stadtgründungsprozess zwischen 1175 und 1190. Freiberg, die noch junge Stadt, war geboren! Bis zum ausgehenden Mittelalter blieb sie die bedeutendste Stadt in der Markgrafschaft Meißen! Erst dann wurden wir von Leipzig und Dresden überflügelt.

Eindrucksvolle Beweise bezeugen das rasante Wachstum:
Fast fünf Tausend Tonnen Silber wurden im Freiberger Revier gefördert! Dies entspricht einem Würfel mit einer Kantenlänge von 8 bis 9 Metern. 1938 wurde zur 750-Jahrfeier dieser Silberwürfel einmal sichtbar gemacht.

Im Jahr 1218 tauchte erstmals in den Urkunden der Ortsname Freiberg, als Friberch auf. Diese Urkunde stellen wir als Original zum Festakt am 11. Juni 2018 in Freiberg aus.

Die Blütezeit des Bergbaus brachte großen Wohlstand für Stadt und Land. Bedeutende Kunstwerke entstanden, darunter die Goldene Pforte am Freiberger Dom. Bereits 1225, also weniger als 60 Jahre nach dem ersten Silberfund, gab es bereits fünf Kirchen. Aus dem Jahr 1227 ist das Stadtsiegel von Freiberg als das älteste der heutigen sächsischen Städte überliefert.

Ab 1244 beherbergte Freiberg für mehrere Jahrhunderte die landesherrliche Münzstätte im Schloss Freudenstein, später in Muldenhütten.

Damit sind die weiteren beiden Jubiläen bereits offenkundig:
Am 24. Februar 1318 findet sich die erste urkundliche Erwähnung der Schmelzhütten an der Mulde.
Am 17. Januar 2008 erfolgte die offizielle Schlüsselübergabe für das sanierte Schloss Freudenstein.

850 Jahre Silberfund, 800 Jahre Ersterwähnung, 700 Jahre Hüttenwesen und 10 Jahre Schloss Freudenstein im neuen Gewand – bei so vielen Jubiläen kann man schon einmal in einen Rauschzustand geraten.

Damit im nächsten Jahr keine Katerstimmung um sich greift, sind unsere Aktivitäten nachhaltig angelegt.

Die Verabschiedung des Marketingkonzeptes im Herbst 2017 besiegelte die neue Marke unserer Stadt: Künftig tritt Freiberg touristisch als DIE Silberstadt Deutschlands auf.

Die Geschichten, rund um das Silber, rund um Freiberg, sollen die Touristen gezielt nach Freiberg locken – frei nach Goethe: „Am Silber hängt, zum Silber drängt doch alles!“

Wir wollen diese Geschichten erzählen, neugierig machen auf das, was unsere großartige Stadt zu bieten hat. Im Stadt- und Bergbaumuseum verfolgen wir dieses Ziel mit dem Erweiterungsbau und einer Neugestaltung. Ebenso die Verwandlung des Herderhauses in ein Stadtarchiv und Museumsdepot trägt dem Rechnung. Nach dem Obermarkt, dem Schloßplatz und dem Buttermarkt beginnen wir mit dem Untermarkt 2018 die Neugestaltung des letzten von vier repräsentativen Plätzen unserer Stadt.

Auch wenn wir 2017 bereits 8 Prozent mehr Übernachtungen hatten, und mit einem Plus von 3,5 Prozent deutlich über den Werten von Sachsen sowie mit 2,7 Prozent über dem Erzgebirge liegen – wir sind noch nicht da, wo wir hinwollen.

Tourismus ist ein Wirtschaftsfaktor, schafft Arbeitsplätze und generiert Steuern. Aber eine Stadt mit Kultur, Kunst und attraktiver Innenstadt ist auch ein Standortfaktor für die Wirtschaft, für die Gewinnung von Arbeitskräften und Studenten.

Wir befinden uns heute in der Altstadt auf einem Weg, den wir am Schlossplatz mit der Sanierung des Schlosses Freudenstein und dem dortigen Einzug der terra mineralia einst begonnen haben.

Wagen wir gemeinsam einen Blick zurück auf den Schloßplatz vor 15 Jahren:

Freudenstein war ruinös. Birken wuchsen im Inneren. Der Platz davor: ein Flickenteppich, genutzt als Parkplatz, städtebaulich jedoch ohne Funktion. Das Krüger-Haus unsaniert, die Häuser der heutigen betriebswirtschaftlichen Fakultät – grau und weitgehend leerstehend. Alles in allem: Ein trostloser Anblick.

Und jetzt: Dank vieler Millionen Euro von Bund, Land und Stadt erstrahlt der Platz mit allen umstehenden Gebäuden in voller Schönheit.

Mit dem im August erfolgten Umzug der Tourist-Information und der Theaterkasse an diesen Platz, mit der Verlagerung der Silbermann-Ausstellung in das Erdgeschoss, befindet sich hier an sieben Tagen in der Woche der touristische Ausgangpunkt für Besucher unserer Silberstadt.

Vieles gäbe es für 2017 und 2018 noch zu erzählen. Glücks- und Rauschgefühle lösen bei mir vor allem die folgenden Wegpunkte aus:

Insgesamt neun Straßen wurden 2017 grundhaft ausgebaut oder instand gesetzt – wie der Buttermarkt, über den Sie heute unsere Nikolaikirche betreten haben. Weitere Straßen werden in diesem Jahr begonnen oder vollendet.

Für die Freiberger Sportvereine und Schulen wurde der Sportplatz Zug neu gestaltet und wird 2018 die Sportanlage Platz der Einheit saniert.

Besonders freue ich mich auf die anstehende Sanierung der Ringanlagen zwischen Donatsturm und Bebelplatz, die neue Wasserspielanlage im Spielplatz Albertpark und die neu gebaute Vogelvoliere in unserem kostenfrei zu nutzenden Tierpark. Gerade die letzten beiden Beispiele zeigen, dass uns Kinder und Familien besonders am Herzen liegen.

Als etwas größeres Weihnachtsgeschenk soll im Dezember die Grundschule Agricola mit dann doppelter Kapazität fertig gestellt werden.

Den neuen Finanz-Weg mit dem ersten Doppelhaushalt 2017/18 in unserer Geschichte sind wir erfolgreich gegangen. Wir starten nun in die zweite Etappe bis 2020. An der ausführlichen Bürgerbeteiligung halten wir natürlich fest.

Wesentlich für mich wird in diesem Jahr sein, weitere Möglichkeiten zu finden, wie sich Familien in unserer Stadt Wohneigentum schaffen können. Hier wünsche ich mir im Stadtrat noch mehr Mut bei unseren Entscheidungen. Denn eines muss uns klar sein, wer bauen will, wird bauen. Wenn nicht in Freiberg, dann anderswo - wie die vielen geplanten Wohngebiete unserer Nachbarkommunen zeigen.

Und auch unsere wachsende Wirtschafts- und Forschungslandschaft braucht hervorragende Ausgangsbedingungen, um hervorragende Wissenschaftler, Ingenieure und Facharbeiter anzulocken.
Auf diesem Weg ist der Breitbandausbau eine wichtige Etappe.

Auch, wenn die Insolvenz von SolarWorld maßgeblich die öffentliche Berichterstattung bestimmt hat, 2017 war für unsere Stadt ein wirtschaftlich erfolgreiches Jahr. Ich freue mich, dass es zu einem erfolgreichen Neustart des Unternehmens gekommen ist und wünsche mir, dass dieser positive Trend Bestand hat.

Trotzdem stieg die Anzahl der Arbeitsplätze in Freiberg um 300 auf mittlerweile 20.629, ein Verhältnis zur Bevölkerung von fast 1 zu 2.
Die Gewerbesteuer hat sich wie geplant entwickelt und schafft uns damit weitere Möglichkeiten für die notwendigen Investitionen in die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt.

Vielen Dank an dieser Stelle den Unternehmern und Unternehmen für ihr Bekenntnis zum Standort Freiberg, dessen Infrastruktur Sie durch ihre Steuern positiv beeinflussen.

Dabei möchte ich Ihnen bereits jetzt versichern: Wenn nichts Außergewöhnliches passiert, werden wir die Steuersätze auf dem jetzigen Niveau konstant halten und das nicht nur für die nächsten Haushaltsjahre bis 2020, sondern möglichst auch weit darüber hinaus. Es ist unser Ziel, Ihnen Planungssicherheit für Investitionsentscheidungen zu geben.

Nach dem Vorbild der Bergleute, die einst gemeinsam in die Stollen einfuhren, um Silber zu finden, wollen wir in Freiberg auch künftig die Wege gemeinsam gehen.

Deshalb freue ich mich umso mehr über die gute Zusammenarbeit, die wir derzeit in der Stadt erfahren.

Selten war die Kooperation mit den Gewerbetreibenden, dem Silberstadt e.V. und dem Gewerbeverein e. V. so gut wie jetzt. Das zeigen die Unterstützungen des Silberstadtvereins für unser Marketingkonzept und die des Gewerbevereins für die erfolgreiche zweite Auflage des Gründerwettbewerbs. Das machen auch fast 80 Akzeptanzstellen für den neuen Freiberg-Gutschein deutlich. Wir haben ihn als Alternative zu den meist wenig Steuern zahlenden Internetkonzernen auf den Weg gebracht. Der Erfolg des Gutscheins gründet auf UNSEREM Miteinander!

Und genau darauf gründet auch das Bergstadtfest. Es wurde im letzten Jahr erfolgreich neu gestaltet! Schon heute können Sie den neuen Bergstadtfest-Pin erwerben und damit zeigen, dass Sie das Fest unterstützen!

Das Bergstadtfest ist neben dem Christmarkt DAS Schaufenster nach Freiberg: Viele Gäste kommen nur zu diesen Terminen zu uns. Das sind zwei einmalige Chancen im Jahr uns zu präsentieren: Wie wir das machen, ist immens wichtig! Ich danke allen, die uns dabei helfen, unsere Chance zu nutzen, seien es die Freiberger Vereine oder die Mittelsächsische Philharmonie. Sie wird uns auch zukünftig immer den Sonntagabend auf dem Obermarkt verschönern!

Ein weiteres Schaufenster in unsere Stadt öffnet sich in diesem Jahr durch Sabine Ebert! Sie wird als 1. Stadtschreiberin Freiberger Geschichte erzählen und damit den Bekanntheitsgrad als Silberstadt weiter beflügeln. Darauf freue ich mich!

Zum Schluss nun die Frage an Sie: Wofür steht Silber? Wofür steht Freiberg?

Silber ist natürlich ein chemisches Element mit dem Formelzeichen Ag,
Es ist ein Edelmetall, aus dem Schmuck gemacht wird,
mit Silbermünzen wurde bezahlt,
man kann das Tafelsilber verkaufen
aber auch den Silberstreif am Horizont sehen.

Silber und der damit verbundene Bergbau bilden das Fundament unserer Geschichte. Zugleich ist Silber das Element, auf dem wir Freibergs Zukunft aufbauen. Wir sind die Silberstadt!

Wir wollen diese Identität nach innen und außen vermitteln, die Menschen für ihre Heimatstadt begeistern. Wir alle sind Botschafter!

Mein Dank gilt allen, die sich 2017 um unsere Stadt verdient gemacht haben,

zuerst den Freibergerinnen und Freibergern,
Bürgermeister Reuter und meinen weiteren Stellvertretern,
den Mitarbeitern in der Verwaltung und den städtischen Unternehmen,
unserem Rektor Prof. Barbknecht und Mitarbeitern unserer TU Bergakademie Freiberg,
sowie den vielen ehrenamtlichen Engagierten in den Sozial- und Sportvereinen, den Kameraden unserer Feuerwehren, den Rettungsdiensten sowie dem Technischen Hilfswerk.
Nicht zuletzt danke ich natürlich auch meiner Familie!

Gemeinsam gestalten wir Freibergs Zukunft. Glück auf der Silberstadt 2018!

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